Zürich, 11. Juni 2004. Wenn wir uns mit Flora und Fauna befassen, dann stehen meist exotische Tiere und Pflanzen im Mittelpunkt unseres Interesses. Dass auch in unseren Breitengraden eine faszinierende Artenvielfalt herrscht, wird gern übersehen. "Die Tiere unserer Heimat" und "Die Pflanzen unserer Heimat", die beiden neuen Bände von Reader's Digest haben sich der Herausforderung angenommen, unseren Fokus auch auf Feldhase, Rotkehlchen & Co. zu lenken - und reüssieren mit zwei gleichermassen unterhaltsam wie informativ gestalteten Werken.

 

Die Tiere unserer Heimat

Zugegeben: In unseren Seen und Teichen tummeln sich keine Nilpferde oder Krokodile, die gefiederten Freunde unserer Breitengrade sind kleiner und wesentlich weniger bunt als etwa in den Tropen und auch die Bedrohung durch Raubkatzen hält sich - von Luchsen einmal abgesehen - bei uns stark in Grenzen. Doch auch in unserer Heimat tummeln sich allerlei kuriose und interessante Lebewesen. Wer kennt schon die "Grosse Hufeisennase"? Wer hat schon einmal einen Wolf in freier Wildbahn erlebt?

 

"Die Tiere unserer Heimat" möchte dem Leser die hierzulande im Vergleich zu exotischen Gefilden nicht weniger faszinierende Artenvielfalt näher bringen. Reich bebildert und mit einer Vielzahl an informativen Grafiken ausgestattet, wird der schmale Grat zwischen trockener Wissenschaftsliteratur und bunten, aber wenig aussagekräftigen Bilderbüchern absturzsicher beschritten.

 

Das natürliche System der Tierwelt bildet das Grundgerüst dieses Bandes. Es folgt dem Stammbaum in - wenn man so will - "absteigender" Richtung. Den Anfang bestreiten die dem Menschen am nächsten stehenden Tiere, nämlich die Säugetiere. Danach geht es zu den Vögeln und deren Vorfahren, den wechselwarmen Reptilien und den Amphibien, schliesslich zu den Fischen, den erdgeschichtlich ältesten Wirbeltieren. Die abschliessende Grafik "Das Reich der Tiere" bietet einen gut verständlichen Überblick über das gesamte Tierreich - und lässt den Leser staunen über die Artenvielfalt der Natur.

 

Das Inhaltsverzeichnis bietet mit seinen Leitgrafiken eine erste Orientierungshilfe in der Fülle tierischer Erscheinungsformen. In den jeweils zu den Kapiteln gehörigen Einleitungen findet sich allerlei Wissenswertes zu Entwicklungsgeschichte und Zuordnung der einzelnen Arten.

 

Die vielleicht überraschendste Erkenntnis aus "Die Tiere unserer Heimat" ist die unglaubliche Anzahl an Insektenarten bei uns in der Schweiz: Es gibt davon etwa 30'000! Angesichts von "nur" 5000 Säugetierarten weltweit sind das schon fast beängstigende Dimensionen. Doch auch hier leistet der vorliegende Band in vorbildlicher Weise Aufklärungsarbeit. Mit allerlei Fakten und Abbildungen soll des Lesers Verständnis auch für die nicht so beliebten Tiere geweckt werden.

 

"Die Tiere unserer Heimat" ist so ein ideales Buch für die ganze Familie, da unterschiedliche Informationsbedürfnisse verständlich befriedigt werden. Die "Grosse Hufeisennase" findet man übrigens auf Seite 20 - bei den Fledermäusen.

 

Die Pflanzen unserer Heimat

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus: Dankbar nehmen wir nach den langen, dunklen Wintermonaten das Wiedererwachen der Natur zur Kenntnis. Überall grünt und blüht es und lässt damit unsere Laune und Energie sprunghaft ansteigen. Doch nur selten machen wir uns klar, welche Rolle die Pflanzen in unserem Leben wirklich spielen: Der Sauerstoff für unsere Atmung, die Grundstoffe für unsere Ernährung - letztlich auch die tierischen Produkte - basieren auf den Aktivitäten der Pflanzen.

 

Im Herzen Europas gelegen ist die Schweiz ein Übergangsraum zwischen Nord und Süd. Das Reich der Pflanzen mit seinem breitgefächerten Spektrum offenbart diese geografische Besonderheit wohl am deutlichsten. Von Auenlandschaften und Feuchtgebieten über Tal- und Berglagen der Zentralalpen bis hin zu den mediterran geprägten Südalpen findet sich eine faszinierende Vielfalt an Arten.

 

Da verwundert es nicht, dass die meisten von uns die grössten Schwierigkeiten haben, einzelne Pflanzen auseinanderzuhalten, geschweige denn, diese einzuordnen. "Die Pflanzen unserer Heimat" möchte dem Leser helfen, sich einen Überblick über diese Vielfalt zu verschaffen - und damit auch mehr Respekt vor dieser stummen, aber ungemein lebendigen Welt zu gewinnen.

 

"Die Pflanzen unserer Heimat" hat diese Fülle innerhalb der einzelnen Kapitel nach dem Ordnungssystem der Botanik gegliedert. Von den Bäumen geht es über Sträucher, Blumen und Gräser bis hin zu den Flechten und Pilzen. Dem Leser werden liebevoll gestaltete Zeichnungen der jeweiligen Pflanzen und ihrer Bestandteile wie Blüten und Blätter an die Hand gegeben, um anhand der Details die Unterscheidung treffen zu können.

 

Profunde botanische Kenntnisse sind, was die meisten Pflanzen anbelangt, nicht lebensnotwendig, sondern eher ein Spezialwissen, das sich vor allem im Umgang mit Kindern bewährt. Mit einer Ausnahme: Als Pilzesammler sollte man sehr genau wissen, welche Arten gut für den Kochtopf sind und von welchen man besser die Finger lässt. Dafür bietet "Die Pflanzen der Heimat" wertvolle Hilfestellung in Form von naturgetreuen Abbildungen und einer Kategorisierung in "essbar", "ungeniessbar" und "giftig".

 

Für Naturfreunde und solche, die es werden wollen, ist dieses Buch gleichermassen wertvoller Ratgeber und Entdeckungsreise in die heimische Flora - ein Band, für den nicht nur Platz im Bücherregal, sondern auch im Wanderrucksack sein sollte.

 

Die Tiere unserer Heimat

Die Pflanzen unserer Heimat,

500 Seiten, über 2'500 Abbildungen und 1'440 Arten, Verkaufspreis CHF 99.00 zuzüglich CHF 5.90 (Porto und Verpackung). Produktnummer: 0613011

 

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