Zürich, 28. März 2006. Nur 13 Prozent der Schweizer befürworten einen grösseren Einfluss der Europäischen Union auf ihr Land, für einen Drittel ist er jetzt schon zu gross. Diese Ergebnisse liefert «Reader’s Digest European Trusted Brands 2006», die grösste Konsumentenstudie Europas. Auf nationaler Ebene vertrauen die Schweizer am meisten der Sicherheitspolitik, am wenigsten der Einwanderungspolitik.
Das Ergebnis bringt EU-Turbos ins Stottern. Die Umfrage «European Trusted Brands 2006» der weltweit meistgelesenen Zeitschrift «Das Beste / Reader’s Digest» macht klar: Die Schweizer bringen der Europäischen Union nur wenig Vertrauen entgegen. Lediglich 13 Prozent wünschen sich in Zukunft einen grösseren EU-Einfluss auf die Schweiz. 33 Prozent sagen das Gegenteil, für knapp die Hälfte der rund 1’100 befragten Personen sind das aktuelle Verhältnis und der bilaterale Weg in Ordnung. Das eher negative Votum hat einen wesentlichen Grund: 89 Prozent der Schweizer finden nämlich, dass in der EU zu viel Bürokratie herrsche. Kein Wunder deshalb, dass 79 Prozent der Befragten mehr Vertrauen in den Schweizer Bundesrat als in die EU-Regierung haben.
Briten, Finnen und Österreicher besonders EU-kritisch
Trotz dieser eindeutigen Aussagen stehen die Schweizer nicht an vorderster Front der EU-Kritiker. Die Fragen wurden insgesamt über 25’000 Personen in 14 Ländern gestellt. Noch weniger Vertrauen bringt die Bevölkerung der EU-Mitgliedstaaten Österreich, Finnland oder Grossbritannien der Europäischen Union entgegen. 67 Prozent der Briten, 63 Prozent der Österreicher und 57 Prozent der Finnen wünschen sich weniger Einfluss der EU auf ihr Land. In Deutschland sind es immerhin 39 Prozent, in den Niederlanden 34 Prozent. Die Gegenposition besetzen Spanien und Polen, wo sich 71 bzw. 77 Prozent der Bevölkerung einen grösseren Einfluss der EU auf ihr Land wünschen.
Sicherheitspolitik top, Einwanderungspolitik flop
Neben der EU befragte Reader’s Digest die Studien-Teilnehmenden auch zu deren Vertrauen in die Politik des eigenen Landes. In der Schweiz hat dabei die nationale Sicherheitspolitik am besten abgeschnitten. In sie haben 67 Prozent der Befragten ein grosses Vertrauen. Über die Hälfte der Schweizer sprachen sich auch positiv zur Umweltpolitik (56 Prozent) und Handelspolitik (56 Prozent) aus. Nur noch 41 Prozent vertrauen der Landwirtschaftspolitik, während die Zustimmungs-Quote für die nationale Beschäftigungspolitik (29 Prozent), Gesundheitspolitik (28 Prozent) und Einwanderungspolitik (27 Prozent) bescheiden ausfiel.
Die Schweiz im Vergleich zu Europa
Im europäischen Vergleich fällt gleichwohl auf, dass die Schweizer, abgesehen von der Gesundheitspolitik, ihren nationalen Institutionen überdurchschnittlich stark vertrauen.
| Vertrauen (in %): | CH | A | D | F | E | Europa |
| Sicherheitspolitik | 67 | 45 | 50 | 43 | 43 | 47 |
| Umweltpolitik | 56 | 21 | 36 | 44 | 48 | 46 |
| Handelspolitik | 56 | 39 | 39 | 41 | 51 | 47 |
| Landwirtschaftspolitik | 41 | 25 | 20 | 32 | 23 | 25 |
| Beschäftigungspolitik | 29 | 11 | 6 | 17 | 27 | 20 |
| Gesundheitspolitik | 28 | 44 | 26 | 52 | 65 | 43 |
| Einwanderungspolitik | 27 | 9 | 11 | 20 | 12 | 19 |
Über die Studie «Reader’s Digest European Trusted Brands 2006»
Zum sechsten Mal hat die weltweit meistgelesene Zeitschrift «Das Beste / Reader’s Digest» Personen in 14 europäischen Ländern nach ihren vertrauenswürdigsten Institutionen und Marken befragt. Anlässlich der Studie «Reader’s Digest European Trusted Brands 2006» wurden die Präferenzen von über 25’000 Personen, davon rund 1’100 in der Schweiz, zusammen getragen. Die Ergebnisse sind repräsentativ zur jeweiligen Altersstruktur der Bevölkerung.

