Zürich, 24. September 2004. Ewig jung und fit bleiben - wer hat sich nicht schon einmal bei diesem Wunschtraum ertappt? Sowohl Medizin als auch Pharma- und Kosmetikindustrie bieten schier unerschöpfliche Möglichkeiten, um uns unsere Jugend sowohl in gesundheitlicher als auch in ästhetischer Hinsicht so lang als möglich zu bewahren. Doch stoppen konnte man den Alterungsprozess bislang nicht. Nun fordern Wissenschaftler mit dem Versuch, das Geheimnis der Langlebigkeit zu lüften, das Schicksal heraus. Das Beste-Reader's Digest berichtet in seiner neuesten Ausgabe über den aktuellen Stand der Forschung - und welche Hoffnungen sie birgt.
Bruce Ames, Professor für Biochemie an der Berkeley-Universität in Kalifornien, beschäftigt sich seit rund einem halben Jahrhundert mit dem Thema genetische Schäden. Als erstes nahm er die einzelnen Bestandteile der menschlichen Zellen unter die Lupe. In jeder Zelle sitzt ein Minikraftwerk, das die vom Körper benötigte Energie produziert. Ames stiess schliesslich darauf, dass bei diesem Vorgang Abfallprodukte entstehen, die sogenannten "freien Radikale", die für den Alterungsprozess mitverantwortlich sind. Je höher ihre Konzentration in den Zellen wird, umso schneller altert der Mensch. Doch wie kann man diese Übeltäter wieder loswerden?
Bruce Ames entwickelte auf der Basis seiner Forschungsergebnisse ein Präparat, das die freien Radikale in den Zellen dezimieren soll. Was bei Ratten im Laborversuch wunderbar geklappt hat, muss jetzt allerdings erst in der Humanstudie bestehen. Das gibt Ames als seriöser Wissenschaftler zu bedenken. Er ist jedoch überzeugt von seiner Entdeckung: Der 75-Jährige selbst nimmt sein Präparat zweimal täglich ein und erfreut sich bester Gesundheit. Mit demselben Thema beschäftigt sich auch die Molekularbiologin Judith Campisi am Lawrence-Berkeley-Labor in Kalifornien. Die Expertin für Genetik und Alterungsprozesse glaubt daran, dass Genveränderungen zur Verlängerung des Lebens schon bald Wirklichkeit werden könnten. Von bestimmten Abschnitten der menschlichen DNA gehen Signale aus, die die Zellen ab einem gewissen Zeitpunkt dazu veranlassen, sich nicht mehr weiter zu teilen. Faltige Haut, schlechte Augen, chronische Entzündungen - alles ein Resultat "altersschwacher" Zellen. Die Lösung dieses Problems wäre, eine Anhäufung dieser alten Zellen zu vermeiden. Und genau daran arbeitet Judith Campisi.
Unumstritten sind diese Bemühungen allerdings nicht. Robert Lanza, medizinischer Leiter der Firma Advanced Cell technology in Worcester, Massachusetts, gibt zu bedenken: "Auf Zellebene ist Unsterblichkeit theoretisch machbar, doch kann ich mir nicht vorstellen, wie man damit in der Praxis das Leben verlängern kann." Als Schallgrenze für den menschlichen Organismus gilt das biblische Alter von 120 Jahren. Selbst die theoretische Möglichkeit, alle Organe und Körperteile zu ersetzen, kann die Lebensspanne nicht ins Unendliche ausdehnen. Denn letztendlich bleiben das alles immer nur Reparaturarbeiten - und diesen sind gewisse Grenzen gesetzt.
Also doch keine Hoffnung für die Aussicht auf die ewige Jugend? Ames und Campisi zumindest bleiben optimistisch und halten es für realistisch, dass wir alle die Lebensphase zwischen Jugend und Alter erheblich verlängern und bei guter Gesundheit geniessen können. Weitere Informationen finden sie in der Oktober-Ausgabe von Das Beste.
Hinweise an die Redaktion:
Weitere Themen in der neuesten Ausgabe von Das Beste sind:
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