Zürich, 5. Oktober 2008 – Wenn am 4. November auch Menschen ohne amerikanische Staatsbürgerschaft den Präsidenten der USA wählen dürften, würden sie sich für Barack Obama entscheiden. Dies ergab die repräsentative Reader’s Digest Weltumfrage, für die mehr als 17‘000 Menschen in 17 Ländern auf allen Kontinenten befragt wurden. In der Schweiz würden 68 Prozent für den Demokraten stimmen.

Für Experten kommt die klare Kräfteverteilung nicht überraschend: Obama kommt vor allem bei den jungen Leuten gut an. «Wie John F. Kennedy hat Obama das Potenzial, zu einem Popstar der Politik zu werden, wobei sich seine Wirkung nicht allein aus seinen politischen Positionen erklärt», betont Andreas Etges, Professor für nordamerikanische Geschichte an der Freien Universität Berlin. Zugleich warnt er vor allzu grossen Erwartungen, denn der afroamerikanische Kandidat habe eine ähnliche Fallhöhe wie einst Kennedy: «Ein Präsident Obama würde seine Anhänger im In- und Ausland, die ihn als eine Art Heilsbringer sehen, fast zwangsläufig enttäuschen müssen.»

Die grosse Abneigung gegenüber John McCain führen die Fachleute auf die weit verbreitete Ablehnung des aktuellen republikanischen US-Präsidenten George W. Bush und dessen Politik zurück – gerade auch im Hinblick auf den Krieg im Irak. So würden sich, wenn die Schweizer wählen dürften, nur sieben Prozent für McCain entscheiden, auch in Frankreich käme der Kandidat der Republikaner nur auf zehn Prozent. So klar die Umfragewerte ausserhalb Amerikas sind, so diffus ist die Lage im Land selbst. Dort ist das Rennen zwischen den beiden Kandidaten nach wie vor offen.

Grosse Unterschiede zu den bedeutenden Themen
Interessant sind in diesem Zusammenhang auch weitere Ergebnisse der Reader’s Digest Weltumfrage: Je nach Land ergibt sich ein ganz unterschiedliches Meinungsbild, wenn es um die wichtigsten Themen der Weltpolitik geht. Für die US-Amerikaner stehen Weltwirtschaft, Irak-Krieg und der Kampf gegen den Terrorismus weit vor dem Umweltschutz. In sieben von 17 Ländern, darunter auch Deutschland mit 29 Prozent, entschieden sich die Befragten dagegen für die Umwelt. Globale Armut – ein Thema, das es bei den befragten US-Amerikanern auf 4 Prozent brachte – erwies sich als die vordringliche Sorge in insgesamt sechs Ländern. Dass dieses Thema in den USA deutlich weniger Beachtung findet, mag daran liegen, dass die meisten dort glauben, eine florierende Weltwirtschaft sei im Kampf gegen die Armut effektiver als Entwicklungshilfe.

Und wer soll in den USA diese weltweiten Probleme lösen? Das trauen die Amerikaner offenbar eher John McCain zu, gerade wenn es um den Kampf gegen den Terrorismus geht. Im Ausland hingegen glaubt man, dass Barack Obama die besseren Strategien hätte. Fazit von John Fredericks, Umfrageleiter bei Reader’s Digest: «Die überwältigende Mehrheit ist für Barack Obama – ausser in dem Land, wo er tatsächlich kandidiert.»

Ein neutrales Bild von den USA
Das Bild der USA ist bei den Befragten weniger negativ, als man aufgrund des weltweit nach wie vor äusserst umstrittenen Irak-Kriegs vermuten könnte. «Es wird ganz entscheidend vom jeweiligen Präsidenten geprägt: von seiner Politik, aber auch von seinem Auftreten und seiner Rhetorik», sagt Professor Etges. Auf die Frage, ob sie sich – mit Blick auf die aktuelle Regierung – eher als neutral, anti- oder proamerikanisch einschätzen, antworten die meisten Befragten trotzdem mit «neutral». Danach befragt, wer von den beiden Kandidaten das Image der USA in der Welt eher verbessern würde, sehen die allermeisten Obama vorn.

Für viele Menschen auf der Welt gelten die USA immer noch als das Traumland der unbegrenzten Möglichkeiten. Durchschnittlich ein Drittel der Menschen in den untersuchten Ländern würden gerne in die USA umziehen, wenn sie die freie Wahl hätten.

Methode der Reader’s Digest Weltumfrage
Das international tätige Umfrageinstitut Synovate führte repräsentative Befragungen im Juni und Juli 2008 durch. Die Fragen wurden sowohl online als auch in Telefon- und Direktinterviews an insgesamt mehr als 17‘000 Personen in 17 Ländern gestellt. Die Fehlerquote beträgt etwa drei Prozent. In der Schweiz führte das Institut Isopublic die Umfrage durch. Zwischen dem 3. Juli und dem 5. August wurden 1517 Personen nach ihrem bevorzugten Kandidaten befragt.

Für weitere Informationen zur Reader’s Digest Weltumfrage stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Weltweit berichten alle 50 Ausgaben des Magazins Reader’s Digest in der November-Ausgabe über die Weltumfrage zur Präsidentenwahl in den USA. Die Weltumfrage spiegelt den neuen Stil von Reader’s Digest entsprechend der neuen Leitlinie wider: «Life well shared». Die November-Ausgabe von Reader’s Digest Schweiz ist ab 3. November an zentralen Kiosken erhältlich.

Tabellen mit ausgewählten Ergebnissen

Angenommen, Sie könnten bei der nächsten Wahl des amerikanischen Präsidenten ihre Stimme abgeben – wen würden Sie wählen?

 Land  John McCain   Barack Obama 
 USA  38 %   36 % 
 Niederlande  8 %   92 %
 Deutschland  7 %  85 %
 Taiwan  6 %  81 %
 Brasilien  11 %  78 %
 Australien  10 %  76 %
 Spanien  13 %  76 %
 Frankreich  10 %  75 %
 Finnland  13 %  71 %
 Grossbritannien    14 %  70 %
 Mexico  25 %  70 %
 Südafrika  26 %  70 %
 Schweiz  7 %  68 %
 Indonesien  17 %  67 %
 Polen  19 %  65 %
 Kanada  14 %  64 %
 Indien  26 %  52 %
 Russland  17 %  52 %

 

 Ergebnisse Schweiz im Detail   John McCain   Barack Obama 
 Ganze Schweiz  7 %  68 %
 Deutschschweiz  7 %  69 %
 Westschweiz  4 %  66 %
 Frauen  5 %  70 %
 Männer  8 %  67 %
 Gut Situierte  8 %  71 %
 Wenig Bemittelte  8 %  53 %

 

Welches globale Problem ist für Sie am bedeutendsten?

 Weltwirtschaft  Globale Armut   Umweltschutz
 USA (26%)  Frankreich (42%)   Taiwan (45%)
 Indonesien (23%)   Spanien (37%)  Brasilien (42%) 
 Indien (21%)  Mexiko (35%)  Finnland (36%)
   Polen (29%)  Australien (33%)
   Südafrika (28%)  Kanada (31%)
   Niederlande (23%)  Deutschland (29%)
                                                                     Grossbritannien (25%)  

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie an die derzeitige US-Regierung denken, wie schätzen Sie sich selbst ein: anti-amerikanisch, neutral oder pro-amerikanisch?

 Land  anti-amerikanisch   Neutral        pro-amerikanisch   
 USA    2%  19% 77%
 Kanada  19%  62% 17%
 Frankreich  11%  75% 13%
 Deutschland  15%  73% 11%
 Grossbritannien       10%  72% 17%
 Spanien  20%   63% 17%
 Polen    4%  78% 16%
 Russland  13%  73%    5%
 Niederlande  21%  66% 13%
 Finnland  17%  65% 17%
 Mexico    8%  87%   5%
 Brasilien  15%  72%  12%
 Australien  15%  67%  17%
 Indien    7%  48%  31%
 Indonesien  21%  61%  12%
 Taiwan    8%   80%   10%
 Südafrika  10%  67%  18%

 

Angenommen, es gäbe für Sie keine politischen oder wirtschaftlichen Hindernisse für einen Umzug, würden Sie dann in den USA leben wollen?

 Reihenfolge   Land   „Sehr interessiert“ bzw. „ziemlich interessiert“ in Prozent
 1.  Indien  73%
 2.  Südafrika  65%
 3.  Niederlande  55%
 4.  Frankreich  52%
 5.  Taiwan  36%
 6.  Mexico  33%
 7.  Spanien  32%
 8.  Brasilien  31%
 9.  Grossbritannien    30%
 10.  Kanada  27%
 11.  Indonesien  24%
 12.  Finnland  21%
 13.  Deutschland  20%
 14.  Australien  19%
 15.  Polen  16%
 16.  Russland  16%

 

TV-Footage:
Internationales Bildmaterial mit O-Tönen von Befragten aus aller Welt erhalten Sie über Atkon AG, Carsten Teubel, Leipziger Platz 8, D-10117 Berlin, Tel. +49 (30) / 34 74 74-375