Zürich, 28. November 2003. Das Monatsmagazin Reader's Digest hat Dr. Peter Eigen (65), Gründer und Vorsitzender der weltweit tätigen Organisation "Transparency International", den Ehrentitel "Europäer des Jahres 2004" verliehen. Reader's Digest ehrt den gebürtigen Augsburger und früheren Weltbankdirektor für seinen beharrlichen und weltweit anerkannten Einsatz im Kampf gegen Korruption. Auch in der Schweiz ist "Transparency International" tätig. Ihr "Corruption Perceptions Index 2003" (CPI), der Wahrnehmungsindex, der seit 1995 jährlich publiziert wird, umfasst über 130 Länder, auch die Schweiz. Die rund 100 Mitglieder leisten einen wichtigen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung in der Schweiz.
Die vor zehn Jahren gegründete Organisation "Transparency International" (TI) ist die nach eigenen Angaben einzige internationale Nichtregierungsorganisation, die sich dem Kampf gegen Korruption widmet. Sie arbeitet parteipolitisch unabhängig in mehr als 80 Ländern. Insbesondere durch den Einsatz von TI steht das zuvor vielfach tabuisierte Thema Korruption heute fast überall auf der Tagesordnung. Der Erfolg der jahrelangen Anstrengungen von TI wird darin deutlich, dass immer mehr Staaten Anti-Korruptionsgesetze erlassen
Peter Eigen ist der neunte Träger des Ehrentitels und der erste aus dem deutschsprachigen Raum. Seit 1996 wählen die Chefredakteure der 18 europäischen Ausgaben von Reader's Digest Persönlichkeiten zum "Europäer des Jahres", die am besten die Traditionen und Werte Europas verkörpern. Reader's Digest ist mit 4,5 Millionen Abonnenten in Europa eine der meistgelesenen Zeitschriften.
Die mit 5'000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 8. Januar 2004 in Berlin übergeben. Mit dem Preisgeld will Peter Eigen ein spezielles Programm von TI zur Bekämpfung von Korruption im Erziehungs- und Gesundheitswesen unterstützen, teilt Reader's Digest Deutschland in Stuttgart mit.
Peter Eigen erlebte als Weltbankdirektor für Ostafrika in Kenia Anfang der 90er-Jahre erstmals Korruption als festen Bestandteil des staatlichen Systems. Als er seine Vorgesetzten mit dem Thema konfrontierte, erhielt der deutsche Rechtsanwalt eine Abfuhr. Desillusioniert gab er seinen Posten 1991 auf und gründete 1993 in Berlin "Transparency International". Eigen und seine Kollegen formulierten 50 Anti-Korruptions-Grundsätze für ihre inzwischen weltweit operierende Organisation. Diese umfassen den Schutz von Informanten ebenso wie Sanktionen für Bestecher und Bestochene.
Durch beharrliche Überzeugungsarbeit gelang es Eigen, dass inzwischen alle 30 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eigene Anti-Korruptionsgesetze erlassen haben. Mittlerweile haben zahlreiche Staaten die Grundsätze von TI aufgegriffen, kleinere und grössere wie Panama, Ecuador, Argentinien, Taiwan, Bangladesch und selbst die Volksrepublik China.
Eine besondere Genugtuung widerfuhr Peter Eigen im April 2003 ausgerechnet in Kenia. Der neu gewählte Präsident Mwai Kibaki würdigte Eigens Arbeit und startete eine grosse Anti-Korruptionskampagne in seinem Land. Auch die Weltbank steht mittlerweile an der Seite Peter Eigens. Präsident James Wolfensohn erklärte kürzlich: "Es musste jemand wie er (Eigen) kommen, der bereit war, gegen die Wände aus Vorurteilen und Ängstlichkeit in der internationalen Gemeinschaft zu rennen und so dazu beizutragen, dass sich etwas ändert."
Auch die bevorstehende Unterzeichnung des UN-Abkommens gegen Korruption, die auf der Konferenz der Vereinten Nationen vom 9. - 11. Dezember 2003 im mexikanischen Mérida erfolgen soll, geht auf Impulse von TI zurück. Anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens ist im Gespräch, dass die Vereinten Nationen den 9. Dezember als Internationalen Anti-Korruptionstag ausrufen.
"Die Auszeichnung "Europäer des Jahres" ist eine länderübergreifende Anerkennung für die Arbeit an einem länderübergreifenden Problem: nämlich Korruption", so Peter Eigen. Weiter sagt er: "Auch in Europa ist Korruption nach wie vor ein ernsthaftes Problem. Dies betrifft vor allem Unternehmen bei ihren in- und ausländischen Geschäftstätigkeiten. Es betrifft aber auch zahlreiche Länder Europas. Für mich persönlich bedeutet die Auszeichnung "Europäer des Jahres" eine grosse Genugtuung. Vor allem sehe ich die Möglichkeit darin, unsere Agenda weiterzutreiben. Für unsere Organisation ist Öffentlichkeit die wichtigste Waffe im Kampf gegen Korruption."
Die Geschichte von Peter Eigen und seinem Kampf gegen die Korruption wird im Januar 2004 zeitgleich in allen 18 europäischen Ausgaben von Reader's Digest zu lesen sein.
Nähere Informationen über Transparency International erhalten Sie über den Link http://www.transparency.ch
Bei Interviewwünschen mit Dr. Peter Eigen ist Ihnen Reader's Digest gerne behilflich.
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