Zürich, April 2003. Viele Menschen glauben, eine Allergie sei der Grund für ihr Leiden. Doch wenn kein Medikament die Beschwerden zu lindern vermag, handelt es sich hierbei womöglich um eine irrtümliche Fehldiagnose. Denn kaum jemand weiss, dass nur Eiweisse eine allergische Reaktion auslösen können. Unser Immunsystem bildet gegen die Allergie auslösenden Stoffe, die so genannten Allergene, Antiallergene. Durch diese Antiallergene bildet der Körper Histamine, ein Gewebshormon, das für Symptome wie eine tropfende Nase, tränende Augen, Husten, Niesen verantwortlich ist.

 

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass knapp ein Viertel der Weltbevölkerung tatsächliche die Anlage zu Atemwegs- und Hautallergien hat. Obwohl diese Allergien schon seit über 100 Jahren behandelt werden, ist die eigentliche Ursache der Krankheit noch ungeklärt. Des Rätsels Lösung scheint in den Genen zu liegen. Offensichtlich besteht bei einem Kind, dessen einer Elternteil Allergiker ist, ein 48-prozentiges Risiko, Allergien zu entwickeln. Falls beide Eltern Allergiker sind, erhöht sich das Risiko auf 70 Prozent. Gemäss Bob Lainer, Allergologe und Vorsitzender des Amerikanischen Allergie-, Asthma- und Immunologie-Instituts ist die Allergie die Folge einer Überreaktion unseres Immunsystems. Seiner Meinung nach waren ursprünglich die Antiallergene dazu da, Parasiten zu bekämpfen. Als die Menschen noch nicht wussten, dass man sich die Hände waschen und das Fleisch kochen sollte, waren die Antiallergene für sie durchaus überlebenswichtig.

 

Da wir heute hygienisch sauber leben, mangelt es den Antiallergenen an Gegnern. So suchen sie nach Eiweissstrukturen, die denjenigen von Parasiten ähneln, nämlich Allergene. Zum Verteidigungssystem gehören Wächterzellen, die in Nase, Augen, Lunge und im Magen-Darm-Trakt vermehrt vorkommen. Ist die Störung entdeckt, schütten sie Histamine und Dutzende anderer chemischer Substanzen aus - um den Eindringling zum Rückzug zu zwingen - und rufen so Symptome hervor, die viele fälschlicherweise für Zeichen einer Allergie halten.

 

Es gibt keine Allergien gegen Zigarettenrauch oder Parfum. Histamine können zwar durch die eiweisshaltigen Allergene freigesetzt werden, aber auch durch Stoffe, die kein Eiweiss enthalten. Wie zum Beispiel fein gemahlener Pfeffer, der ein Niesen auslösen kann. Pfeffer wirkt hier als Reizerreger. Dagegen hilft kein Medikament.

 

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  • "An den hohen Preisen sind wir mitschuldig" von Beat Kappeler Eine Analyse der Schweizer Konsumenten.
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