Zürich, 11. Juni 2004.Das Quecksilber steigt, die Tage werden immer noch länger und wir alle verspüren das grosse Verlangen nach Geselligkeit und romantischen Sommerabenden unter freiem Himmel. Und weil Essen bekanntlich Leib und Seele zusammenhält, dürfen die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kommen. Ob Salat oder Grilliertes, Süssspeisen oder Deftiges, überall wird bei sommerlichen Temperaturen geschlemmt, was das Zeug hält. Das böse Er-wachen in Form von üblen Magen- und Darmproblemen kommt oft am nächsten Tag. Die Juni-Ausgabe von Das Beste-Reader's Digest widmet sich diesem Thema - und gibt wertvolle Tipps zur Vermeidung übler Nachwirkungen.
Jedes Kind weiss, dass Eier möglichst nicht roh gegessen werden sollen und bei Geflügel im Allgemeinen Vorsicht angebracht ist - Salmonellen heisst das allseits bekannte Schlagwort. Viel verbreiteter und damit auch gefährlicher sind jedoch andere, den Salmonellen eng verwandte Bakterien: Campylobacter. Dieser vor allem in rohem Geflügel und Hackfleisch sowie in Milch und Eiern anzutreffende Krankheitserreger verursacht Übelkeit, Durchfall und Erbrechen - im Unterschied zu den Salmonellen aber nur beim Menschen, bei Hühnern gehört er zur Darmflora. Doch wie bei den Salmonellen gibt es einige Regeln, deren Beachtung den Menschen vor den unsichtbaren Übeltätern schützen.
Allen voran steht das Gebot, im Umgang mit dem Geschirr die nötige Sorgfalt walten zu lassen. Natürlich, beim Grillieren am See hat man nicht den ganzen Geschirrschrank dabei - da tuts zum Essen schon mal derselbe Teller, auf dem bereits das rohe Grillgut gelegen hat. Und schon ist es passiert: Campylobacter-Keime, die zwar bei Erhitzung über 70 Grad absterben, haben den Weg in des Menschen Darm gefunden - über den Teller mit Rückständen des rohen Fleischsafts.
Wer jetzt den Kopf schüttelt und denkt, dass ihm das nie passieren könne, möge sich eines Besseren belehren lassen: Bei sommerlichen Temperaturen vermehrt sich Campylobacter besonders schnell - ein nicht ganz sorgfältig abgespültes Holzbrett wird schnell zum Nährboden dieser Bakterien. Die strikte Trennung von rohen und gekochten, also verzehrfertigen Lebensmitteln sollte also oberstes Gebot sein. Das gilt natürlich auch für Geschirr, Küchengerät und dergleichen, das damit in Berührung kommt.
Besonders sicher erscheint die Aufbewahrung im Kühlschrank - doch auch das ist eine trügerische Sicherheit. "Sporen von Bazillen vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur", betont Andreas Baumgartner vom Bundesamt für Gesundheit. Das ginge zwar nicht so rasend schnell wie bei Raumtemperatur, gestoppt werde dieser Prozess aber durch die Kälte keineswegs, nur verlangsamt.
Auch bereits Gekochtes ist nach dem Abkühlen ein guter Nährboden für Campylobacter-Keime. Deshalb sollte man fertige Speisen nicht länger als zwei bis maximal drei Tage im Kühlschrank aufheben und vor Verzehr wieder gut erhitzen. Betroffen ist im Übrigen nicht nur Geflügel - auch Eier, Milch und Milchprodukte, Fisch und Hackfleisch schlagen bei unvorsichtiger Handhabung schnell auf den Magen. Also sollte man beim Umgang mit diesen Lebensmitteln dieselbe Vorsicht walten lassen wie schon bei Huhn & Co.
Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass vor allem Geflügelfleisch mit Campylobacter belastet ist. Doch was wie ein Horrorszenario anmutet, ist auf den zweiten Blick halb so schlimm - wenn man sich an die einfachen, aber wirkungsvollen Verhaltensregeln, die Das Beste anbietet, hält. So gerüstet kann man sich den kulinarischen Seiten des Sommers ungestört hingeben. Dann also ran an den Grill!
Hinweise an die Redaktion:
Weitere Themen in der neuesten Ausgabe von Das Beste-Reader's Digest sind:
- Tödliche Pillen - Gefälschte Medikamente bringen Gaunern Gewinne und Getäuschten den Tod
- Tipps für Trips nach Österreich - Vorschläge zur Erkundung unseres östlichen Nachbarn
- Bin ich schön? - Wenn ein Mann etwas für sein Aussehen tun will, kann er Überraschungen erleben
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