Zürich, 30. November 2005 – Herr und Frau Schweizer sorgen sich am meisten um die Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Erst dann folgen die Umwelt, die Rentensicherheit und die Arbeitslosigkeit. Am wenigsten Sorgen bereitet die nationale Sicherheit. Dies ergab eine repräsentative Gesundheitsstudie, die von Reader's Digest in Auftrag gegeben wurde.

 

82 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer nannten die explodie­renden Kosten im Gesundheitswesen als eine grosse Sorge. Der gesamteuropäische Schnitt liegt bei 66 Prozent. In der Schweiz liegen die Umwelt, die Arbeitslosigkeit und die Rentensicherheit mit je 74 Prozent gemeinsam an zweiter Stelle. In Europa belegt letztere mit 73 Prozent den ersten Platz in der «Sorgen-Hitparade». Weniger Kummer bereitet offenbar die persönliche Gesundheit: Sie wurde in der Schweiz von 51 Prozent der Befragten genannt (52 Prozent in Europa).

 

Am wenigsten besorgt sind die Schweizer um die nationale Sicherheit: Nur 39 Prozent der Befragten gaben diese als Sorge an. Interessant: Obwohl die Umfrage noch vor den französischen Jugendunruhen durchgeführt wurde, sorgten sich 57 Prozent aller Franzosen um die nationale Sicherheit. Der europäische Durchschnitt liegt bei 48 Prozent.

 

Positive Lebenseinstellung und gesunde Ernährung

In der breit angelegten Studie von Reader's Digest wurde auch die Frage gestellt, in welchen Bereichen der Gesundheit man mehr Sorge trage als früher. «Eine positive Lebenseinstellung annehmen» (46 %), «Wert auf gesunde Ernährung legen» (45 %) und «Stress vermeiden» (37 %) wurden hier in der Schweiz am meisten genannt. Die Früherkennung möglicher Krankheiten stehen bei Herr und Frau Schweizer überraschenderweise nicht allzu hoch im Kurs. Nur 13 Prozent gaben an, dass sie dank medizinischer Checks verstärkt auf ihre Gesundheit achten, während dies bei 20 Prozent der Europäer der Fall ist.

 

Grosses Vertrauen in Ärzte und Apotheken

Deutlich über dem europäischen Schnitt liegt die Schweiz bei der Beantwortung der Frage, wie gut man sich über die Themen Gesundheit, Krankheiten und ihre Behand­lungsmöglichkeiten informiert fühlt: 83 Prozent aller Befragten fühlen sich gut informiert, in Europa sind es 77 Prozent.

 

Haben Herr und Frau Schweizer Fragen zum Thema Gesundheit, so wenden sie sich in den meisten Fällen an ihren Arzt (93%), Zahnarzt (90%) oder Apotheker (88%). Am wenigsten genutzt werden hier die Produktbeilagen der Medikamente (62%), Telefonhotlines zu Gesundheitsexperten (61%) und Gesundheits-Messen (56%).

 

Wenn es um das Vertrauen in Informationen geht, welche die Gesundheit betreffen, so vertrauen in der Schweiz 66 Prozent der Befragten den Apotheken. Auch die Krankenversicherungen verfügen mit 37 Prozent über eine recht hohe Akzeptanz.

 

«Die Studie Europe Health zeigt allen Beteiligten im Gesundheitssystem auf, wie sie von den Menschen gesehen werden und wie die Verbesserungspotenziale beschaffen sind», sagt Roland Wahrenberger, Business Manager von Reader’s Digest Schweiz. «Dass der Wunsch nach geringeren Kosten fürs Gesundheitssystem wichtiger ist als die Sorge um die eigene Gesundheit, ist ein Alarmzeichen.»

 

Über die Studie

Zum ersten Mal hat Reader’s Digest, die meistgelesene Zeitschrift der Welt, die Haltung der Menschen in 13 europäischen Ländern zu zentralen Fragen der Gesundheit ermittelt. Die gewichtete Basis für die repräsentative Studie «Reader’s Digest Europe Health 2005» umfasst 23‘592 befragte Leserinnen und Leser in Europa, davon 2‘506 in der deutschen und französischen Schweiz. Die Studie wurde dabei in den folgenden 13 Ländern durchgeführt:

 

 Belgien  Portugal
 Deutschland  Russland
 Finnland  Schweiz
 Frankreich  Spanien
 Grossbritannien     Tschechien        
 Niederlande  Ungarn
 Polen  

 

Sie soll in Zukunft jährlich durchgeführt werden. Die Ergebnisse wurden repräsentativ zur jeweiligen Altersstruktur der Bevölkerung ermittelt.